Viele verschiedene Gruppen sollten kurze Produktionen oder Ausschnitte zeigen und außerdem als Gast bei mehreren anderen Stücken dabei sein, damit es ein echtes Festival mit Austausch und Begegnung werde!

Zu dieser Zeit waren wir, der DG-Kurs, damals Jahrgangsstufe 9, schon mittendrin in den Proben zu „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch, das wir im Juni in der Schule aufführen wollten. Wir hatten bereits festgestellt, dass wir das ganze Stück nicht würden aufführen können und hatten die Szenen 4 bis 6 durch Shortacts ersetzt, zu denen wir auch mit Hilfe der Biparcours-App eine eigene App erstellt hatten. 

Die Shortacts liefen schon ziemlich gut und so waren wir auch nicht verwundert, dass wir von der Kölner Jury eingeladen wurden, nur diese als Ausschnitt zu zeigen, waren sie doch von den 12 Schülerinnen und Schülern des Kurses selbst geschrieben.

Doch worum ging es eigentlich? Gottlieb Biedermann, so der Inhalt des Stücks, lässt zwei Brandstifter in sein Haus, wohlwissend, dass es sich um solche handelt, aber zu ohnmächtig und schwach, sie hinauszuwerfen. Die beiden nisten sich, auch sehr zum Leidwesen von Babette, Biedermanns Ehegattin, auf dem Dachboden ein. Schließlich versucht Biedermann, sich mit ihnen anzufreunden und lädt sie zu einem feudalen Gänseessen ein, aber auch dies hält die Brandstifter nicht davon ab, Gottlieb das Haus über dem Kopf in Brand zu stecken und die ganze Stadt gleich mit dazu. Am Schluss des Stücks sieht man sich in der Hölle. 

Die Schüler hatten nun zu diesem Stück Monologe oder Dialoge geschrieben, Gedanken, die Biedermann über seinen Angestellten Knechtling hat, Babette, wie sie über die Liebe ihres Mannes nachdenkt, ein Feuerwehrmann, der von einem Brandstifter per Pistolenschuss aufgehalten wird. In der dazugehörigen App sollte der Zuschauer dann Fragen zu diesen Shortacts beantworten, gedacht als Experiment zur Digitalisierung im Theater und als interaktives Element.

In Köln selbst trafen wir uns am 7.7.18, unserem Aufführungstag, morgens mit allen Gruppen zu einem leckeren Frühstück. Müsli, Brötchen, Obstsalat…alles, was man sich wünschen konnte, stand an langen Tischen draußen vor dem Depot II bereit. Die Schüler bekamen Armbändchen und schon ging es los mit der Rezeption verschiedener Stücke. Insgesamt sahen wir an diesem Tag fünf Aufführungen anderer Gruppen, was sehr interessant und teilweise auch sehr beeindruckend war. Unsere eigene Aufführung im Foyer klappte auch gut und als wir am Schluss noch eine Urkunde mit einem Theatergutschein überreicht bekamen, waren sich alle einig, dass die Teilnahme ein tolles Erlebnis war. (Cordula Oellers)

 

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