Neue Gesamtschule Hennef-West

Förderverein für Gesamtschule kurz vor der Gründung

Von Ingo Eisner

HENNEF. Wie wichtig ein Förderverein für eine Schule in Zeiten knapper Kassen ist, davon können Schulleiter und Elternpflegschaften ein Lied singen. Wie erfolgreich ein solcher Zusammenschluss sein kann, zeigt bereits seit Jahren der Förderverein der Hennefer Gesamtschule an der Meiersheide.

Bevor die sich noch im Aufbau befindende neue Gesamtschule Hennef-West am 1. August an den Start geht, folgten am Dienstagabend mehr als 20 Eltern dem Aufruf zu einem Treffen, um in groben Zügen nicht nur ihr Interesse an der Gründung eines solchen Vereins zu bekunden, sondern sich auch bereits mit den Regularien und Formalien wie dem Vereinssitz und dem Namen zu beschäftigen.

"Freunde und Förderer der Gesamtschule Hennef-West" - das ist der Name, auf den sich die Eltern für den künftigen Förderverein verständigten. Vereinssitz soll der erste Standort der neuen Gesamtschule, also die Hauptschule an der Wehrstraße sein.

Die beiden Mütter Michaela Muscheid und Ulrike Bartholomäus hatten bereits für den Abend ein paar Dinge vorbereitet, um den Eltern die notwendigen Formalien, die mit einer derartigen Vereinsgründung einher gehen, nahe zu bringen. Der kommissarische Schulleiter Alfred Scholemann und seine Stellvertreterin Anja Schwalm waren ebenfalls zugegen, um bei etwaigen Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Einige der anwesenden Eltern konnten nützliche Tipps geben, weil sie an den jeweiligen Grundschulen, die ihre Kinder besuchen, bereits aktiv in einem Förderverein mitarbeiten. "Als Mindestbeitrag für Mitglieder werden zumeist ein Euro pro Monat, also zwölf Euro pro Jahr erhoben", sagte ein Vater. Damit waren die Eltern einverstanden. Die Mitgliedsbeiträge seien für die reine Vereinsarbeit notwendig, in die auch die Schulpflegschaft mit einbezogen werden soll.

Der geringste Anteil der Mittel des Fördervereins käme von den Mitgliedern. Der Löwenanteil werde bei Aktionen wie Flohmärkten, Kleiderbörsen und Schulfesten gesammelt. Zudem sollten Stiftungen wie die der Kreissparkasse kontaktiert werden. Großes Einvernehmen herrschte, als es um die Notwendigkeit eines solchen Vereines ging. "Das Geld ist nun mal knapp, deshalb brauchen wir einen solchen Verein", sagte ein Vater.

Eine Gründungsversammlung ist für Mitte Juni geplant. Einige Eltern erklärten sich bereit, Vorstandsaufgaben zu übernehmen und sich Gedanken über eine Satzung zu machen. Schließlich muss der Verein mit Hilfe eines Notars beim Amtsgericht eingetragen und beim Finanzamt angemeldet werden. "Die Kosten belaufen sich dafür auf etwa 130 Euro", sagte Ulrike Bartholomäus. Die Eltern einigten sich darauf, diese Kosten gemeinsam zu tragen.

Als erste Aktivität des noch zu gründenden Vereins ist ein Begrüßungsnachmittag am Freitag, 28. Juni, um 16 Uhr in der Hauptschule Wehrstraße geplant. Zur Ausrichtung dieses Nachmittags erklärten sich am Dienstag bereits einige Eltern bereit. Sie wollen Kuchen backen, der dann zu Gunsten des Vereins verkauft werde. "Der Nachmittag dient natürlich auch dazu, neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen", sagte Scholemann.

 

Artikel vom 16.05.2013

Generalanzeiger Bonn: Förderverein kurz vor der Gründung

 

Kommentar: Chance für die Eltern

Von Dominik Pieper

Der geplante Förderverein für die neue Gesamtschule in Hennef ist eine Chance - in erster Linie für die Eltern. Sie können sich auf diese Weise beim Aufbau der Schule einbringen. Das gilt nicht nur für die Ausstattung, für die der Verein Fördergeld akquirieren wird.

Nein, im derzeitigen Stadium besteht noch die Möglichkeit, die Schule mitzuprägen und ihr ein Gesicht zu verleihen. Auch was ihre Ausrichtung angeht.

Natürlich gibt es noch viele Unwägbarkeiten und Unsicherheiten, wenn eine Schule aufgebaut wird. Man fängt bei Null an, es gibt noch keinen laufenden Schulbetrieb, von dem man sich vor Ort ein Bild machen kann, es gibt noch keine Lehrer. Aber gerade dieser Gründungsprozess kann auch spannend sein, er eröffnet auch Eltern mehr Gestaltungsmöglichkeiten als bei einer bestehenden Schule.

Insofern könnte ein Förderverein in der Startphase identitätsstiftend wirken. Bei einer auf sieben Züge ausgelegten Schule tut das auch Not. Schließlich soll sich da kein anonymer Apparat entwickeln, sondern eine lebendige, lokal verwurzelte Schule. Wenn sich jetzt zur ersten Vorbesprechung zur Vereinsgründung 20 Eltern zusammengefunden haben, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.

 

Artikel vom 16.05.2013

Generalanzeiger Bonn: Kommentar: Chance für die Eltern

Zweite Gesamtschule in Hennef

Kommissarischer Leiter hat alle Hände voll zu tun

Von Ingo Eisner

HENNEF. Sein Schreibtisch sieht nach reichlich Arbeit aus. Viele Unterlagen deuten bereits an, dass der Mann sich um einiges kümmern muss. Alfred Scholemann, Leiter der Kopernikus-Realschule, hat seit einigen Wochen noch eine weitere Aufgabe übernommen.

Scholemann ist von der Bezirksregierung als kommissarischer Schulleiter der zweiten Gesamtschule der Siegstadt eingesetzt worden. Als solcher ist er, neben seinen Aufgaben als Realschulleiter, mit dem Aufbau der Gesamtschule Hennef-West betraut, die derzeit 175 Anmeldungen zählt. Seine Zielsetzung ist klar. "Wir wollen mit positiver Arbeit überzeugen", sagt Scholemann.

Dass in Hennef das Thema Gesamtschule mit großer Einigkeit behandelt wurde, überrascht Scholemann nicht. "Wir waren früh gut aufgestellt und hatten mit der bereits bestehenden Gesamtschule an der Meiersheide Erfahrungswerte gesammelt", sagt Scholemann. Überdies hätten auch die Eltern in Hennef ein hohes Interesse an der Thematik. Dass viele Eltern ihre Kinder nicht sofort an der Gesamtschule Hennef-West angemeldet hätten, kann er verstehen. "Die bestehende Gesamtschule an der Meiersheide hat einen sehr guten Ruf. Viele setzen auf die Erfahrung. Einigen Eltern ist es auch wichtig, dass die Schule nahe am Wohnort ist", sagt Scholemann. Dennoch gab es Fristen, die von einigen Eltern nicht eingehalten wurden.

Die Diskussion um eine mögliche Siebenzügigkeit will Scholemann derzeit nicht befeuern. "Wir befinden und zunächst einmal in der Gründungsphase, und mit 175 Schülern ist eine Grenzzahl für eine Sechszügigkeit erreicht. Ob die Schule sieben Züge erhält, entscheidet im Endeffekt die Bezirksregierung". Eine Sache ist Scholemann allerdings wichtig. Die Schüler, die zunächst an der

Meiersheide angemeldet waren, dort aber keinen Platz bekamen und jetzt für die Gesamtschule Hennef-West angemeldet sind, seien ihm genau so lieb, wie die Schüler, deren Eltern sich von vorne herein für die Gesamtschule Hennef-West entschieden hätten "Es wird hier keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben".

Natürlich müssen während der Gründungsphase noch einige offene Fragen geklärt werden. Da wäre beispielsweise das Personaltableau. Für die Regelschullehrer zeichnet die Bezirksregierung verantwortlich, die genug Personal zugesagt habe. Für die Lehrer der sieben Schüler mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten ist das Schulamt des Kreises zuständig. Scholemann möchte eine gute "Durchmischung" des Personals haben. "Es sollten von Anfang an Lehrkräfte dabei sein, die auch später eine Oberstufe übernehmen können".

Fordern und Fördern sind Begriffe, die Scholemann öfters benutzt. "Dabei geht es aber auch darum, die Stärken von Schülern zu fördern und nicht ausschließlich Defizite zu beseitigen". Da nicht jeder Schüler Abitur machen und studieren kann, sollten auch Schüler, die später eine Ausbildung absolvieren, an dieser Schule auf ihren Beruf gut vorbereitet werden.

Scholemann ist kein Freund von Schnellschüssen. "Wir wollen die Schule erst einmal aufbauen, und nicht sofort Förderklassen einrichten. Spezielle Angebote wie bilingualer Unterricht könnten zunächst mit Arbeitsgemeinschaften angegangen werden. "Danach können wir Schwerpunkte für den Regelunterricht setzen. Ein soziales Lernen halte ich dabei für eine Grundvoraussetzung. Niemand soll ausgeschlossen werden und die Schüler sollen zu einer Einheit zusammen wachsen".

Scholemann möchte eine Schule, mit der sich alle Beteiligten auch identifizieren können. Wichtig sei ihm das Miteinander mit den Schülern, den Eltern und dem Schulträger. Die Einrichtung eines Fördervereins sei geplant. Er habe bereits mit den Eltern Kontakt aufgenommen, viele Gespräche geführt und plant für Ende Mai einen Elternabend.

Ein Arbeitskreis von Eltern und Lehrern aber auch Selbstlernzentren, die von Eltern ehrenamtlich betreut werden, sind konzeptionelle Ideen, mit denen Scholemann alle ins Boot holen möchte. Dabei seien ihm auch die Kooperationen mit Sportvereinen, der Musikschule, den Jugendhilfe-Institutionen und natürlich auch mit den anderen Schulen wichtig. "Wir machen alles Schritt für Schritt aber wir wollen auch zeigen, dass wir das können".

Die Aufbauarbeit der neuen Schule reizt den Pädagogen, aber er wird sich auch im Sommer zur Wahl des Schulleiters stellen. "Die Schulkonferenz wird dann den neuen Schulleiter bestimmen", sagte Scholemann. "Da ich mich mit dem Aufbau beschäftigt habe, würde ich natürlich dann auch gerne die Leitung übernehmen".

 

Artikel vom 22.03.2013

Generalanzeiger Bonn: Kommissarischer Leiter hat alle Hände voll zu tun

Scholemann kommissarischer Gesamtschul-West Leiter

dmg Die Bezirksregierung Köln wird den bisherigen Leiter der Hennefer Kopernikus-Realschule Alfred Scholemann zum kommissarischen Leiter der neuen Gesamtschule Hennef-West bestellen. Diese Information ging am Freitag beim Hennefer Schulverwaltungsamt ein, die offizielle Bestellung wird dieser Tage an Scholemann gesendet.

„Scholemann war auch unser Wunschkandidat“, so Bürgermeister Klaus Pipke. „Er kennt die Hennefer Schullandschaft und wir arbeiten ausgezeichnet mit ihm zusammen. Es freut mich außerordentlich, dass er nach dem Aufnahmeverfahren nun auch den Aufbau unserer neuen, Gesamtschule betreut!“

Scholemann ist seit August 2011 Leiter der Kopernikus-Realschule. Für Juni plant er gemeinsam mit den bis dahin für die neue Gesamtschule Hennef-West bestellten Lehrerinnen und Lehrern — einen „Kennenlerntag“ für die Kinder und Eltern der neuen Gesamtschule.

 

Artikel vom 11.03.2013

Stadt Hennef

Gesamtschule Hennef-West öffnet im Sommer

177 Anmeldungen - Am Start mit sechs Zügen

dmg Ab heute ist es amtlich: 177 Anmeldungen für die Gesamtschule Hennef-West liegen vor, 157 davon aus Hennef selber, 20 weitere aus dem Umland. Damit steht der tatsächlichen Gründung als sechszügige Gesamtschule nichts mehr im Wege. Damit ist aber auch das endgültige Auslaufen der Hauptund der Realschule besiegelt. „Wir haben den größten Schritt in die Zukunft der Hennefer Schullandschaft der letzten sechszehn Jahre getan“, so Bürgermeister Klaus Pipke. „Damals haben wir die erste Gesamtschule gegründet. Mit der zweiten Gesamtschule stellen wir Hennef jetzt neu auf und sichern die Vielfalt der Bildungsabschlüsse ebenso wie das sehr hohe Schulniveau in unserer Stadt.“

Zugleich sicherte Pipke den jetzigen Haupt- und Realschülern zu: „Beide Schulen werden zwar Jahr für Jahr kleiner, aber sie werden bis zum letzten Tag ihr sehr hohes pädagogisches und didaktisches Level halten und ihren Schülerinnen und Schülern einen optimalen Start ins Leben geben. Die neue Gesamtschule Hennef-West wird ebenfalls vom ersten Tag an ein erstklassiges Niveau bieten - zumal sie in den gut ausgestatteten Räumen der Hauptschule in der Wehrstraße die besten Startbedingungen findet.“

Pipke dankte nach Abschluss des Aufnahmeverfahrens insbesondere den von der Bezirksregierung mit dem Aufnahmeverfahren beauftragten Schulleitern Ralph Kuhn, Leiter der Gesamtschule Rodenkirchen, und Alfred Scholemann, Leiter der Kopernikus-Realschule Hennef, sowie Marita Lindlar und Hannelore Seidel aus dem Sekretariat der Hauptschule, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Schulverwaltungsamtes bei der Stadt: „Eine hervorragende Zusammengearbeitet und eine engagierte Leistung jedes Einzelnen! Herzlichen Dank!“

Die bestehende Gesamtschule Meiersheide wird auch in der kommenden 5. Jahrgangsstufe von 175 Kindern besucht. Damit stehen für alle Hennefer Eltern, die ihr Kind an einer der beiden Hennefer Gesamtschulen angemeldet haben, insgesamt ausreichend Plätze zur Verfügung.

Hintergrund: Warum eine zweite Gesamtschule

„Hauptgrund für die zweite Gesamtschule“, so Bürgermeister Klaus Pipke, „war das im Gegensatz zu früher geänderte Wahlverhalten der Eltern, was sich auch immer an den beständig hohen Anmeldezahlen an der bestehenden Gesamtschule Meiersheide gezeigt hat. Unserer Einschätzung nach, und die wird auch vom Schulgutachter Dr. Detlef Garbe geteilt, wollen Eltern für ihre Kinder die Option Abitur offen halten. Damit verschiebt sich das Gewicht hin zu Schulen mit Sekundarstufe II. Die Gesamtschule musste Jahr für Jahr mehr als 180 Schülerinnen und Schüler für die Eingangsklasse ablehnen.“

Verbunden damit seien sinkende Schülerzahlen an der Haupt- und der Realschule. Für das Schuljahr 2012/13 wurden an der Hauptschule lediglich 38 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Die Prognose der Schulentwicklungsplanung geht daher davon aus, dass die Schule künftig nur noch einzügig wäre und bis 2022 nur noch 203 Schülerinnen und Schüler hätte, was einer Gefährdung des Bestandes gleich gekommen wäre. Immerhin hatte die Schule 2007 noch 701 und aktuell 472 Schülerinnen und Schüler. Auch die Schülerzahlen der Realschule sinken seit Jahren: 2007 waren es noch 801 Schülerinnen und Schülern, 2013 noch 770. 2022 wären es laut Schulgutachten nur noch 616 gewesen.

Das Hennefer Gymnasium wiederum kann die Nachfrage nicht dauerhaft über eine Fünfzügigkeit hinaus befriedigen, da die Schule baulich im Grunde nicht auf sechs Klassen in einer Jahrgangsstufe ausgelegt ist, aber dennoch heute schon in manchen Jahrgängen sechszügig arbeitet, zurzeit in den Jahrgangsstufen 5, 7 und 10.

Fazit: Die Anmeldezahlen der letzten Jahre haben insgesamt gezeigt, dass immer mehr Eltern für ihr Kind einen Platz an der Hennefer Gesamtschule oder am Hennefer Gymnasium wünschten. Die Anmeldezahlen an der Realschule unterstreichen das: Für das Schuljahr 2012/13 waren dort 133 Schülerinnen und Schüler für die 5. Klasse angemeldet worden, 80 davon waren zuvor bei der Gesamtschule abgelehnt worden.

Chronik der Ereignisse

Der jetzigen Gründung gingen mehrere wichtige Ereignisse voraus:

  • 28. August 2012: Erste Informationsveranstaltung für die Eltern der Schulkinder der Jahrgangsstufen 3 und 4 über die geplante neue Gesamtschule
  • 28. August bis 14. September 2012: Schriftliche Abstimmung unter Eltern der Schulkinder der Jahrgangsstufen 3 und 4. Die Frage: „Vorausgesetzt es kommt zur Gründung einer zweiten Gesamtschule in Hennef, würden Sie in diesem Fall Ihr Kind an einer der beiden Gesamtschulen anmelden?“ Die ganz große Mehrheit der Eltern bejaht die Frage.
  • 27. September 2012 Der Schulausschuss des Hennefer Stadtrates beschließt die Errichtung der Gesamtschule Hennef-West und am
  • 01.10.2012: folgt auch der Stadtrat diesem Beschluss - in beiden Gremien einstimmig!
  • Anfang Dezember 2012: Die Bezirksregierung Köln erteilt der Gesamtschule Hennef-West die vorläufige Genehmigung. Rechtliche Voraussetzung für die endgültige Genehmigung ist, dass mindestens 100 Kinder für die neue Schule angemeldet werden.
  • Februar 2013: Anmeldephase für beide Gesamtschulen, es kommen 177 Anmeldungen für die neue Gesamtschule zusammen. Auf die bestehende Gesamtschule Meiersheide kommen 175 Anmeldungen.

Standort

Die Jahrgangsstufe 5 der Gesamtschule Hennef-West wird in den Gebäuden der bisherigen Hauptschule eingerichtet. In den nächsten Jahren werden dort auch die Klassen 6 und 7 angesiedelt. Die weiteren Jahrgangsstufen werden später am Standort der heutigen Realschule eingerichtet.

 

Artikel vom 01.03.2013

Stadtecho Hennef

Hennef-West

177 Anmeldungen für die neue Gesamtschule

Die Schullandschaft in Hennef wird sich grundlegend verändern: 177 Anmeldungen gibt es für die neue Gesamtschule Hennef-West – das bedeutet das Aus für Haupt- und Realschule. Die Gesamtschule startet in der Hauptschule an der Wehrstraße.

Hennef. Sechszügig geht die neue Gesamtschule Hennef-West an den Start. 177 Anmeldungen liegen vor, davon 157 aus der Stadt selbst. Das bedeutet aber auch, dass die Haupt- und Realschule endgültig auslaufen werden.

Bürgermeister Klaus Pipke nannte das den "größten Schritt in die Zukunft der Hennefer Schullandschaft der letzten sechzehn Jahre". Gleichzeitig sicherte er den jetzigen Haupt- und Realschülern zu, dass das hohe pädagogische Niveau bis zum letzten Tag erhalten bleibe.

Die Fünftklässler der neuen Gesamtschule hätten ebenfalls vom ersten Tag an beste Bedingungen - in den gut ausgestatteten Räumen der Hauptschule an der Wehrstraße nämlich. Die Gesamtschule Meiersheide wird in der kommenden fünften Jahrgangsstufe von 175 Schülern besucht. Damit konnten alle Hennefer Eltern ihr Kind an einer der beiden Einrichtungen anmelden. (rvg)

 

Artikel vom 25.02.2013

Rhein-Sieg-Anzeiger: 177 Anmeldungen für die neue Gesamtschule

Zweite Gesamtschule

Hennefs Schullandschaft ist im Wandel

Von Dominik Pieper

HENNEF. Mit der Entscheidung für eine zweite Gesamtschule befindet sich die Hennefer Schullandschaft im Wandel. Hier die Änderungen und nächsten Schritte im Überblick:

Die zweite Gesamtschule für Hennef kommt - und zwar gleich sechszügig. Am Freitag teilte die Stadt mit, dass 177 Schüler für die Gesamtschule Hennef-West angemeldet worden seien. Ähnlich viele Kinder besuchen ab Sommer die fünfte Klasse der bestehenden Gesamtschule Meiersheide. Bürgermeister Klaus Pipke sprach mit Blick auf die Schullandschaft "vom größten Schritt der letzten 16 Jahre". Damals sei die Gesamtschule Meiersheide gegründet worden. "Mit der zweiten Gesamtschule stellen wir Hennef jetzt neu auf und sichern die Vielfalt der Bildungsabschlüsse ebenso wie das sehr hohe Schulniveau in unserer Stadt."

Wie die Neugründung abläuft, was sie für die Schullandschaft in Hennef konkret bedeutet - ein Überblick:

Warum eine zweite Gesamtschule?

Die Gesamtschule Meiersheide musste in der Vergangenheit regelmäßig Schüler ablehnen - nach Angaben der Stadt waren es Jahr für Jahr mehr als 180 Kinder, die leer ausgingen. Bürgermeister Pipke führt das auf das geänderte Wahlverhalten der Eltern zurück, das überall zu beobachten ist. "Unserer Einschätzung nach, und die wird auch vom Schulgutachter Detlev Garbe geteilt, wollen Eltern für ihre Kinder die Option Abitur offen halten", sagt der Verwaltungschef. "Damit verschiebt sich das Gewicht hin zu Schulen mit Sekundarschule II."

Das bekommen Haupt- und Realschule zu spüren: Dort sinken die Anmeldezahlen laut Stadt kontinuierlich, vor allem an der Hauptschule. Dort seien zum Schuljahr 2012/13 nur noch 38 Schüler angemeldet worden. Langfristig wäre die Hauptschule nach Prognosen der Stadt nur noch einzügig gewesen. Die Schulform befindet sich allgemein im Niedergang.

Wie verteilen sich die Gesamtschüler?

An der neuen Gesamtschule Hennef-West beginnen im Sommer 177 Schüler, wovon 157 aus Hennef und 20 aus der Umgebung kommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung war die Zahl auswärtiger Anmeldungen früher deutlich höher. Die Gesamtschule Meiersheide nimmt 175 Schüler auf. Beim Aufnahmeverfahren gab es für die Eltern eine zusätzliche Option: Für den Fall, dass ihr Kind nicht an der Meiersheide unterkommt, konnten sie ankreuzen, dass es ersatzweise an der neuen Gesamtschule aufgenommen wird. Davon hätten zahlreiche Eltern Gebrauch gemacht, berichtete Sandro Klenner, Leiter der städtischen Schulverwaltung.

Was wird aus Haupt- und Realschule?

Sie nehmen ab Sommer keine Schüler mehr auf, sondern laufen Jahr für Jahr aus. "Die Kinder, die jetzt an der Schule sind, können noch ganz regulär ihre Abschlüsse machen", so Stadtsprecher Dominique Müller-Grote. Damit schrumpfen beide Schulen in den kommenden Jahren, bis sie schließlich 2018 aufgegeben werden. Oliver Moritz, Sprecher der Bezirksregierung Köln: "Es wird ein geregelter Betrieb gewährleistet sein." Frei werdendes Lehrpersonal werde abgezogen und anderweitig eingesetzt. Nach dem Auslaufen von Haupt- und Realschule gibt es in Hennef an städtischen weiterführenden Schulen nur noch das Gymnasium und zwei Gesamtschulen.

Wo wird die neue Gesamtschule untergebracht?

Die Gesamtschule Hennef-West wird auf zwei Standorte verteilt. Die Fünftklässler starten im Sommer auf dem Gelände der Hauptschule an der Wehrstraße. Dort werden in Zukunft die fünften bis siebten Klassen untergebracht. Ab der Jahrgangsstufe acht werden die Schüler künftig am Standort der Kopernikus-Realschule an der Fritz-Jacobi-Straße unterrichtet.

Wer übernimmt die Leitung der Gesamtschule?

Eine komplexe Angelegenheit, die durch das NRW-Schulgesetz genau geregelt wird. Zuständig für personelle Fragen ist die Bezirksregierung Köln. Für das Aufnahmeverfahren hatte sie Ralph Kuhn (Leiter der Gesamtschule Rodenkirchen) und Alfred Scholemann (Leiter der Realschule Hennef) beauftragt. Deren Job ist mit Ende des Verfahrens nun erledigt.

Als nächstes setzt die Bezirksregierung eine kommissarische Schulleitung ein, die den Aufbau der Schule betreut. "Wir führen nächste Woche ein Gespräch mit der Stadt als Schulträgerin", erklärte Sprecher Oliver Moritz. Voraussichtlich nach den Osterferien nehme die kommissarische Leitung ihre Arbeit auf.

Sie bleibt aber nur bis zum Beginn des Schuljahres im Amt. Moritz: "Es wird bis dahin eine ganz normale Ausschreibung der Stelle geben. Auch die kommissarische Leitung kann sich dafür bewerben." Bevor die reguläre Schulleitung ihren Dienst antreten kann, muss sich zum Schuljahresbeginn erst einmal die neue Schulkonferenz konstituieren.

 

Artikel vom 23.02.2013

Generalanzeiger Bonn: Hennefs Schullandschaft ist im Wandel

Hennef

Zweite Gesamtschule kann starten

pd

HENNEF. Hennef hat die nötigen Anmeldezahlen und bekommt eine zweite Gesamtschule. Das teilte die Stadt mit. Neben der bestehenden Gesamtschule Meiersheide wird damit zum kommenden Schuljahr auch die Gesamtschule Hennef-West an den Start gehen können.

Nach dem NRW-Schulgesetz benötigt die Stadt dafür 100 Anmeldungen von Schülern mit Wohnsitz Hennef. Diese Voraussetzung ist erfüllt. Weil das Anmeldeverfahren aber noch diese Woche läuft, gab die Stadt noch keine konkreten Zahlen bekannt.

Auch sonst muss die Stadt als Schulträger noch einiges koordinieren: "Da die Eltern auf dem Anmeldebogen ihr Kind alternativ auch für die zweite Gesamtschule anmelden konnten, sofern die erste Wahl nicht erfüllt werden kann, müssen alle Anmeldungen nunmehr gesichtet werden", heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Eltern, die bereits die Erklärung, dass sie im Falle einer Absage an der Gesamtschule Meiersheide mit einer Anmeldung an der Gesamtschule Hennef-West einverstanden sind, unterzeichnet haben, müssen ihr Kind nicht erneut anmelden." Vielmehr sollten jene Eltern, die ihr Kind bislang an keiner Schule angemeldet haben, oder die bereits eine Absage anderer Schulen bekommen haben, die letzten Tage des Anmeldeverfahrens nutzen.

Für die neue Gesamtschule Hennef-West können noch am heutigen Dienstag von 15 bis 16 Uhr, am Mittwoch von 14 bis 18 Uhr sowie am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr Schüler angemeldet werden (Wehrstraße 80, Gebäude E). Für das Anmeldeverfahren sind von der Bezirksregierung Köln Ralph Kuhn (Leiter Gesamtschule Rodenkirchen) und Alfred Scholemann (Kopernikus-Realschule) eingesetzt.

 

Artikel vom 19.02.2013

Generalanzeiger Bonn: Zweite Gesamtschule kann starten