Verein „Schule für alle“: Ideen, die gut für viele sind

Beim Theaterfestival der Richard-Schirrmann-Schule zeigen Schüler zahlreicher Einrichtungen ihre Produktionen auf der Bühne.
Hennef - www.ksta.de

Spätestens jetzt ist er Tradition, der Ideenwettbewerb des Vereins „Schule für alle“. Zum dritten Mal wurde er ausgelobt, zum dritten Mal hat eine hochkarätig besetzte Jury getagt und Projekte ausgewählt, zum dritten Mal gab es die Präsentation in den Räumen des Vereins „Neues Leben“ an der Theodor-Heuss-Allee. Lucia Schneider, die Vorsitzende von „Schule für alle“, freute sich insbesondere, dass das Thema Übergang von Schule in Beruf eine entsprechende Würdigung fand. „In den Schulen ist Inklusion angekommen“, sagte sie, jetzt sei der nächste Schritt angesagt.

 

 

Zunächst rief sie Ina Hammer-Braß nach vorne, die didaktische Leiterin der Gesamtschule Hennef-West. Sie präsentierte das Projekt „Willkommenskultur“. Manche Schüler sind bereits um 7 Uhr morgens an der Schule, andere lassen sich abholen, weil ihnen übel ist. Bei Befragungen stellte sich heraus, dass sie weder gefrühstückt noch etwas getrunken hatten. Es gibt keine Pausenhalle, wo sie sich aufhalten könnten.

Willkommenshalle in der Aula

Daraus entstand die Idee, den abgetrennten Teil der Aula umzuwandeln in einen gemütlichen Raum mit Pflanzen und Dekoration. Um Geld zu beschaffen, wurden Pfandflaschen in Tonnen gesammelt.

Bei einem Projekttag entstanden ansprechende Bemalungen für diese Behälter, in den Mittagspausen gab es Bastelangebote für die Gestaltung der „Willkommenshalle“. Im Mai ging es los, die Frühstückmensa wurde eröffnet. Jetzt gibt es ein regelmäßiges Angebot. Unter anderem sollen noch ergonomisches Besteck und rutschfeste Tabletts angeschafft werden, um inklusiven Schülern noch mehr gerecht zu werden.

Die vier Preisträger hatten die Jury überzeugt. Sie präsentierten ihre Projekte zur Ermöglichung gemeinsamen Lernens in den Räumen des Vereins „Neues Leben“. Foto: Rohrmoser-von Glasow

 

Das zweite Projekt stellte Diane Wiebecke, Unterstufenleiterin der Gesamtschule Meiersheide, mit einem kleinen Video vor. Das „Team Waveboards“ begann in den Internationalen Vorbereitungsklassen, dabei geht es um fördern und fordern, um soziales Lernen und das Lernen lernen. Der Sport dient als soziale Brücke und verbindet. Das Angebot wurde auf die inklusiven Klassen erweitert. Es baut Berührungsängste ab und fördert die Teamfähigkeit. Vermeintlich Schwächere können ihre Stärken zeigen und anderen etwas beibringen.


Die Richard-Schirrmann-Schule hatte Jörg Schütt und Dorothee Witt geschickt, die das Theaterfestival organisieren. Seit 15 Jahren zeigen Schüler von inzwischen allen Schulformen kurze Theaterstücke, Musik, Tanz und Sketche auf der Bühne in der Gesamtschule Hennef-West. Die Chance, vor Publikum aufzutreten, wirke noch lange positiv nach, erklärten die Organisatoren. Gerade bei einer Förderschule mit dem Förderbedarf Emotionales und Soziales Lernen ein wichtiger Aspekt.
Vierter Preisträger, immerhin 2000 Euro wurden insgesamt ausgeschüttet, ist die Schule in der Geisbach – Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Hier gefiel den Juroren der Praxistag. Der stellvertretende Leiter, Matthias Scheffer erklärte, dass Berufsorientierung gerade für diese Schüler wichtig sei. Am Donnerstag von 8 bis 12 Uhr gibt es deshalb Praxisangebote verbindlich für die Klassen 8 und 9 von echten Profis, um sich auszuprobieren. Urban Winterberg stellte Dilara vor, die aus diesem Angebot heraus zu ihm in eine Ausbildung als Friseurin kam und kurz vor dem Abschluss steht. Auch Biobäcker David Lee Schlenker ist dabei, er bietet vier Jugendlichen die Möglichkeit, in seinem Betrieb echtes Arbeitsklima zu schnuppern. Vizebürgermeister Jochen Herchenbach betonte die hohe Wertschätzung der Stadt. Neben ihm waren aus der Verwaltung einige Vertreter zur Preisverleihung gekommen.

 

 von Ralf Rohrmoser-von Glasow